Future Skills
Programme

Hochschulperle des Monats

 
Der Stifterverband verleiht jeden Monat eine Hochschulperle an innovative, beispielhafte Projekte, die an einer Hochschule realisiert werden. Im Jahr 2019 steht die Auszeichnung ganz im Zeichen von Future Skills – also Fähigkeiten, die in den nächsten Jahren für das Berufsleben und die gesellschaftliche Teilhabe deutlich wichtiger werden, und zwar über alle Branchen und Industriezweige hinweg. Der Preis ist undotiert. Aus den zwölf Hochschulperlen des Monats wird Anfang 2020 die Hochschulperle des Jahres in einem öffentlichen Voting gewählt.

 

März 2019: Reden ist Gold

Foto: Stephan Wiegand/MF TUD

Wie verbessere ich die Kommunikation mit meinen Patienten? Um Ärzte im Gespräch mit ihren Patienten zu unterstützen, haben Mitarbeiter des Bereichs Psychosoziale Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden sowie des Forschungsverbundes Public Health Sachsen ein Online-Training für die Arzt-Patienten-Kommunikation entwickelt. Mit dabei waren Projektpartner unterschiedlicher Fachrichtungen aus Griechenland, Polen, Spanien und Zypern. Der Kurs und alle Materialien stehen in fünf europäischen Sprachen zur Verfügung und sind für Interessierte nach Registrierung frei verfügbar.

Eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient hilft dabei, die Behandlung zu erleichtern. Medikamente werden besser eingenommen und wichtige Therapieschritte überzeugter mitgegangen. Getreu dem Motto "Reden ist Gold" vermittelt das Online-Trainingsprogramm der TU Dresden Grundlagen der Gesprächsführung und spezifische Kommunikationskompetenzen für schwierige Gesprächssituationen im Arzt-Patienten-Kontakt. Zielgruppen des Projekts sind neben praktizierenden Ärzten auch Pflegefachkräfte.

Für die praxisorientierte Entwicklung des europaweit einsetzbaren Online-Trainings erfassten die Projektpartner unter anderem bereits existierende Programme zur Arzt-Patienten-Kommunikation. Darüber hinaus fanden in allen beteiligten Ländern moderierte Gruppendiskussionen mit Ärzten, Patienten und weiteren Experten aus dem Gesundheitswesen statt, um Problemfelder in der Arzt-Patienten-Kommunikation festzustellen.

"Für eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient ist eine professionelle und zugewandte Kommunikation essenziell. Das Online-Kommunikationstraining der TU Dresden unterstützt erfahrene Ärzte, aber auch angehende Mediziner dabei, entsprechende Gesprächskompetenzen niedrigschwellig zu erwerben", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im März nach Dresden zu vergeben. "Besonders beeindruckt hat uns darüber hinaus der interdisziplinäre und grenzüberschreitende Austausch, in dem das Projekt entwickelt wurde."

Die bisherigen Hochschulperlen 2019

Januar 2019: Ethics for Nerds

Foto: Sarah Sterz

Ethics für Nerds, so lautet der Titel der erfolgreichen Vorlesung, die Lehrende der Fachrichtungen für Informatik und Philosophie der Universität des Saarlandes für Studierende der Informatik und informatiknaher Studiengänge entwickelt haben. Das Ziel: den Blick der Studierenden für die gesellschaftliche Verantwortung der Informatik zu weiten.

Hintergrund für die 2015 initiierte Vorlesung war die Beobachtung, dass der Einfluss der Informatik auf unsere Gesellschaft und unseren Alltag im letzten Jahrzehnt enorm zugenommen hat. Dabei stellen sich zahlreiche moralische Fragen, zum Beispiel bei Entscheidungen durch künstliche Intelligenz im Krankenhaus oder auf der Autobahn, bis zur Problematik von Filterblasen in sozialen Netzen. Diese Aspekte spielen jedoch üblicherweise keine Rolle bei der Ausbildung von Informatikern.

Das Projekt "Ethics for Nerds" stößt in diese Lücke. Die Vorlesung vermittelt unter anderem Wissen aus dem Bereich der Moralphilosophie, der Technikfolgenabschätzung, der Maschinenethik und der Argumentationstheorie.

"Ein wichtiges Thema und ein knackiger Titel, der die Zielgruppe sehr gut anspricht", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Januar nach Saarbrücken zu vergeben. "Im Prozess der Technisierung und Digitalisierung kommt Informatikern eine rasant wachsende gesellschaftliche Verantwortung vor – es ist wichtig, dass sie sich dieser Aufgabe bewusst werden und lernen, damit umzugehen."

Details zum Projekt auf der Website der Universität des Saarlandes

Februar 2019: Bibliotheksroboter Wilma

Foto: Henning Wiechers/TH Wildau

Wilma ist ein humanoider Roboter, der Besucher durch die Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau in Brandenburg führt. Entwickelt haben ihn die Teams des RoboticLab des Studiengangs Telematik und der Hochschulbibliothek.

Wilma bietet täglich standardisierte Bibliotheksführungen in Deutsch und Englisch an. In der Vorlesungszeit führt sie regelmäßig die Schulungen durch, die alle Hochschulangehörigen absolvieren müssen, um die Räume der Bibliothek auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen zu können. Der Bibliotheksroboter erklärt den jährlich über 100.000 Besuchern die Bibliothek, zeigt die wichtigsten Orte und Geräte und unterstützt zukünftig auch bei der Orientierung in der Handbibliothek. Der 1,20 m große Roboter hilft außerdem beim Scannen und Drucken von Dokumenten. Das gelingt über direkte Interaktion – via Touchscreen oder per Sprachverarbeitung. Überdies kann Wilma Witze erzählen und "Schere, Stein, Papier" spielen.

Damit Wilma auch außerhalb der Öffnungszeiten autonom mit den Nutzern in Aktion treten kann, wenn kein Fachpersonal vor Ort ist, wird gerade intensiv an einem Sicherheitskonzept gearbeitet. 

"Der Bibliotheksroboter Wilma ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Hochschulen digitale Technologien nutzen können, um ihre Angebote zu verbessern und langfristig Personalressourcen zu sparen", so die Jury des Stifterverbandes zur Entscheidung, die Hochschulperle Future Skills im Februar nach Wildau zu vergeben. "Durch Automatisierung und Digitalisierung erreichen die Serviceangebote der TH Wildau eine neue Qualitätsstufe. So geht Zukunft!"

Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau: Humanoide Roboter im Einsatz
Einsatzszenarien von humanoiden Robotern
Projekte der Hochschulbibliothek Wildau

Kontakt

Vorschläge und Bewerbungen für eine Hochschulperle des Monats zum Thema "Future Skills" sind willkommen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Daniela Mägdefessel

ist Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

T 0201 8401-134
F 0201 8401-215

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